Hallo zusammen,
hoffentlich hattet ihr einen guten Start ins neue Schuljahr!
Meinen heutigen “Blogbeitrag” beginne ich mit einer Zahlenkorrektur vom letzten Beitrag. Die ~7000 Geparden die es weltweit noch gibt sind die in der Wildnis lebenden – einschließlich derer in geschützten Arealen, wie z.B. dem Krüger Nationalpark etc. Es sind genauer genommen ~7100.
Zu diesen kommen noch etwa 1800 Geparden in Gefangenschaft dazu (also solche in Programmen wie unserem, aber auch die in Zoos).
Das macht die Zahlen zwar nicht viel erträglicher zu hören, denn es sind immernoch viel zu wenige Geparden um eine genetische Diversität herzustellen, die wirklich den Arterhalt herbeiführen könnte, aber es sind wenigstens die richtigen Zahlen.
Nun zu den spannenden Sachen, die ich hier erleben darf.
Nachdem ich einige Tage “nur” die Basics gelernt habe, wie den Empfang, den Laden und das “Briefing” der Gäste zu schmeißen, bin ich mittlerweile einige “Beförderungen” höher in der Freiwilligenhierarchie und darf
*Touren leiten
*Gäste zum Geparden rein bringen
*die Hunde versorgen
und bin in der Ausbildung zu:
*Löffelhunde versorgen (ich schicke euch ein Bild mit, damit ihr wisst, was das überhaupt für süße Kerlchen sind)
*Gäste bei den Babygeparden rein bringen
*Erdmännchen versorgen
Die ersten beiden *-Trainings sollte ich noch diese Woche abschließen können und dann meine komplette Zeit auf die Erdmännchen und vielleicht noch die Servale oder den Karakal fokussieren können.
Die Arbeit hier ist außer spaßig auch sehr anstrengend – es ist aber für einen guten Zweck und das kann einen wirklich pushen. Aktuell sind Schulferien und es kommen öfters Kinder vorbei als normal. Es ist grandios zu sehen, wie viel man erreichen kann, wenn man ein Kind oder einen Jugendlichen erreicht. Erwachsene sind manchmal schon etwas abgestumpft, was Tiere oder die Natur zu schützen angeht. Nicht so meine Kollegen. Fast alle haben hier als Freiwillige angefangen und nach einiger Zeit beschlossen ihre Berufe zu Hause an den Nagel zu hängen um hier zu Arbeiten. Die meisten dann noch mal lange ohne bezahlt zu werden. Unser Staff besteht nur zu einem ganz kleinen Teil aus Festangestellten.
Die Menschen mit denen ich hier arbeite sind also alle aus Leidenschaft dabei. Jeder gibt Alles, wenn nicht noch mehr. Neid um Beförderungen hält sich sehr in Grenzen (klar, wenn einer “überholt” wird, ist der manchmal sauer, aber das legt sich). Wir arbeiten nänlich zusammen in eine Richtung, für eine Sache, die uns allen unwahrscheinlich wichtig ist.
Cheetah Outreach macht dabei auch nicht nur etwas für die Tiere – einer unserer Handler, also einer der Gepardenflüsterer sozusagen, ist Bonga. Er hat bei uns als Hausmeister angefangen und sich um dies und das gekümmert. Jetzt ist er Festangestellt als Handler.
Die Hintergründe meiner Kolleginnen und Kollegen hier sind so spannend wie auch vielfältig. Vom Hausmeister bis zum Tierpfleger ist so gut wie alles dabei. Unser Co-Curator (verantwortlich für medizinische Verpflegung der Tiere) ist aus Neuseeland ausgewandert um diesen Job zu machen. Überlegt euch das Mal, nicht NACH Neuseeland gegangen, sondern VON DORT gekommen.
Ich schicke euch jetzt noch ein paar Bilder, damit ihr die visuellen Eindrücke zu meinem Geschwärme von dieser Organisation auch zu sehen bekommt – und stürze mich dann wieder ins Lernen für meine Prüfungen zu den Löffelhunden und den Gepardenbabys.
Falls ihr Lust habt mir etwas von euren ersten Schultagen oder von etwas biologischem, das ihr in den Sommerferien erlebt habt, zu erzählen – ich schaue ab und zu in meine Lehrer-E-Mailadresse und freue mich, wenn ihr etwas spannendes zu erzählen habt.
An meine liebe (jetzt) 7b – vielen Dank noch mal für eure tollen Briefe! Bisher habe ich 2 geöffnet – die von Agata und Srdjan. Es war sehr schön, was ihr beiden mir geschrieben habt. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf herauszufinden, was mir der Rest von euch mit auf die Reise geschickt hat.
Liebe Grüße
Anja Faust
Auf den Bildern seht ihr: Das Gepardenbaby Dante, den Löffelhund Forrest, meine Mitbewohner und mich mit dem Geparden Ebony, Tobias der eine Rückenmassage von mir bekommt, Liberty (Serval) beim Spielen und Dante, Blake, Elliot und Amelia (v.l.n.r.) beim schlafen - und eure überglückliche Lehrerin, die Amelia gerade streichelt. ;)